Das Sterbevierteljahr
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Kein Angebot der Deutschen Rentenversicherung. Unabhängiges Informationsangebot mit vereinfachtem Rechner, keine rechtsverbindliche amtliche Rentenauskunft.
Die Zeit direkt nach dem Verlust des Partners ist oft mit finanziellen Unsicherheiten verbunden. Das Sterbevierteljahr bietet hier eine besondere Übergangsregel: In den ersten drei Kalendermonaten wird die Rente des Verstorbenen regelmäßig in voller Höhe weitergezahlt; eigenes Einkommen wird in dieser Phase nicht angerechnet.
Welcher Zeitraum ist das Sterbevierteljahr?
Das Sterbevierteljahr umfasst genau drei Kalendermonate. Diese Frist beginnt in dem Monat, der auf den Todesmonat folgt.
Beispiel:
- Todesdatum: 15. August 2026
- Sterbemonat (August): Die Rente des Verstorbenen wird für diesen Monat noch voll ausgezahlt.
- Sterbevierteljahr: September, Oktober, November 2026.
Zeitachse: was in welcher Phase passiert
Todesmonat
Die laufende Rente des verstorbenen Partners betrifft noch den Sterbemonat. Parallel sollten Sterbeurkunde, Rentennummer und Bankdaten gesichert werden.
Monat 1 bis 3 danach
Das Sterbevierteljahr dient als Übergangsphase. Eigenes Einkommen wird in dieser Phase für die Hinterbliebenenrente nicht wie später angerechnet.
Ab Monat 4
Die laufende Witwenrente wird nach dem regulären Prozentsatz berechnet. Dann können eigenes Einkommen, Freibetrag und 40-Prozent-Regel wichtig werden.
Regelungen während des Sterbevierteljahres
100% Auszahlung
Statt der späteren kleinen oder großen Witwenrente erhalten Sie vorübergehend die Rente des Verstorbenen in voller Höhe. Dies soll bei der ersten finanziellen Umstellung helfen.
Keine Anrechnung
Eigenes Einkommen wird im Sterbevierteljahr nicht auf diese Übergangszahlung angerechnet. Details und Einzelfälle sollten anhand der offiziellen Informationen der Deutschen Rentenversicherung geprüft werden.
Vorschuss auf das Sterbevierteljahr
Wenn der verstorbene Ehe- oder Lebenspartner bereits Rente bezogen hat, kann ein Vorschuss auf das Sterbevierteljahr möglich sein.
- Voraussetzung: Der Verstorbene hat bereits eine eigene Rente bezogen.
- Antrag: Muss innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod bei einer Filiale der Deutschen Post (Renten Service) gestellt werden.
- Auszahlung: Die Rente für die drei Monate wird dann kurzfristig als Einmalbetrag ausgezahlt.
Tipp: Zur Beantragung bei der Post (Antrag auf Vorschusszahlung) benötigen Sie die Sterbeurkunde und Ihre Ausweisdokumente. Oft übernehmen auch Bestattungsunternehmen diese Beantragung für Sie.
Was passiert nach dem Sterbevierteljahr?
Ab dem 4. Monat kehrt der finanzielle Alltag ein. Das hat oft eine deutliche Einkommenslücke zur Folge, denn ab jetzt gelten zwei Regeln:
- Die Witwenrente sinkt auf den regulären Satz (55% neues Recht oder 60% altes Recht).
- Ihre eigenen Einkünfte werden geprüft und nach der 40%-Regel gekürzt, falls Sie den Freibetrag (ab Juli 2026: 1.122,53 €) übersteigen.
Nutzen Sie das Sterbevierteljahr unbedingt, um Ihre Finanzen neu zu ordnen und sich auf die Zeit danach vorzubereiten.
Checkliste für die Übergangszeit
- Vorschuss prüfen, wenn der verstorbene Partner bereits Rente bezogen hat.
- Laufende Kosten für die Zeit nach dem Sterbevierteljahr neu kalkulieren.
- Eigene Einkünfte sammeln, auch wenn sie am Anfang noch nicht angerechnet werden.
- Den formellen Antrag auf Witwenrente nicht mit dem Vorschuss verwechseln.
Witwenrente für danach berechnen
Berechnen Sie schon im Vorfeld, wie hoch die Witwenrente nach Ablauf des Sterbevierteljahres sein wird.
Zum RechnerFAQ: Sterbevierteljahr
Was bedeutet Sterbevierteljahr?
Als Sterbevierteljahr bezeichnet man die ersten drei Kalendermonate nach dem Monat, in dem der Ehepartner verstorben ist.
Wie hoch ist die Witwenrente im Sterbevierteljahr?
In dieser Zeit wird die Hinterbliebenenrente in der Regel in Höhe der Versichertenrente des Verstorbenen gezahlt. Ab dem 4. Monat gilt die reguläre kleine oder große Witwenrente mit den jeweiligen Prozentsätzen.
Wird eigenes Einkommen im Sterbevierteljahr angerechnet?
Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wird eigenes Einkommen im Sterbevierteljahr nicht angerechnet. Verbindlich bleibt die Prüfung im Einzelfall.
Was ist der Vorschuss auf das Sterbevierteljahr?
Hatte der Verstorbene bereits eine Rente bezogen, können Sie beim Renten Service der Deutschen Post einen Vorschuss auf die Zahlungen im Sterbevierteljahr beantragen.
Was passiert nach dem Sterbevierteljahr?
Ab dem 4. Monat nach dem Todesmonat gilt der normale Prozentsatz (55% oder 60%). Zudem wird ab jetzt Ihr eigenes Einkommen nach der 40%-Regel angerechnet.
Vom Ratgeber zur eigenen Prüfung
Lesen allein reicht bei Rententhemen selten. Diese vier Punkte zeigen, wie Sie den Artikel auf Ihre Unterlagen übertragen können.
- 1
Ausgangslage
Sie sehen eine höhere Anfangszahlung und möchten wissen, ob dieser Betrag dauerhaft bleibt.
- 2
Begriff klären
Die Seite trennt Sterbevierteljahr, Vorschuss und spätere laufende Witwenrente.
- 3
Unterlagen prüfen
Erstellen Sie zwei Haushaltsnotizen: erste drei Monate und Zeit danach. So wird der spätere Übergang sichtbar.
- 4
Nicht verwechseln
Die Zahlung im Sterbevierteljahr ist keine sichere Prognose für die dauerhafte Rentenhöhe.

Imtinan Fakhar
Softwareentwickler und Betreiber von WitwenrenteRatgeber.de
Imtinan Fakhar ist Softwareentwickler und Betreiber von WitwenrenteRatgeber.de. Er entwickelt und pflegt die Website als unabhängiges Informations- und Rechnerprojekt. Die Inhalte und Berechnungen basieren auf öffentlich zugänglichen gesetzlichen Grundlagen und Informationen der Deutschen Rentenversicherung.
Er ist kein Rentenberater, Rechtsanwalt oder Mitarbeiter einer Behörde. Die Inhalte ersetzen keine verbindliche Rentenauskunft.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Sie beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen, offiziellen Quellen und nachvollziehbaren Rechenschritten. Maßgeblich bleiben die Auskünfte, Formulare und Bescheide der zuständigen amtlichen Stellen.
Zuletzt manuell geprüft: 14. Juni 2026