Das Sterbevierteljahr

Die Zeit direkt nach dem Verlust des Partners ist oft mit finanziellen Unsicherheiten verbunden. Das Sterbevierteljahr bietet hier eine wichtige Absicherung: In den ersten drei Monaten erhalten Sie 100% der Rente des Verstorbenen – ganz ohne Einkommensanrechnung.

Welcher Zeitraum ist das Sterbevierteljahr?

Das Sterbevierteljahr umfasst genau drei Kalendermonate. Diese Frist beginnt in dem Monat, der auf den Todesmonat folgt.

Beispiel:

  • Todesdatum: 15. August 2026
  • Sterbemonat (August): Die Rente des Verstorbenen wird für diesen Monat noch voll ausgezahlt.
  • Sterbevierteljahr: September, Oktober, November 2026.

Regelungen während des Sterbevierteljahres

100% Auszahlung

Statt der regulären 55% oder 60% erhalten Sie vorübergehend die Rente des Verstorbenen in voller Höhe (100%). Dies soll bei den Bestattungskosten und der ersten finanziellen Umstellung helfen.

Keine Anrechnung

Egal wie viel Sie selbst verdienen (Gehalt, eigene Rente): Es gibt keine Einkommensanrechnung. Sie müssen in diesen drei Monaten keine Kürzung fürchten.

Der Vorschuss (Sterbequartalsvorschuss)

Damit Sie nicht monatelang auf die reguläre Antragsbearbeitung warten müssen, gibt es den Sterbequartalsvorschuss.

  • Voraussetzung: Der Verstorbene hat bereits eine eigene Rente bezogen.
  • Antrag: Muss innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod bei einer Filiale der Deutschen Post (Renten Service) gestellt werden.
  • Auszahlung: Die Rente für die drei Monate wird dann kurzfristig als Einmalbetrag ausgezahlt.

Tipp: Zur Beantragung bei der Post (Antrag auf Vorschusszahlung) benötigen Sie die Sterbeurkunde und Ihre Ausweisdokumente. Oft übernehmen auch Bestattungsunternehmen diese Beantragung für Sie.

Was passiert nach dem Sterbevierteljahr?

Ab dem 4. Monat kehrt der finanzielle Alltag ein. Das hat oft eine deutliche Einkommenslücke zur Folge, denn ab jetzt gelten zwei Regeln:

  1. Die Witwenrente sinkt auf den regulären Satz (55% neues Recht oder 60% altes Recht).
  2. Ihre eigenen Einkünfte werden geprüft und nach der 40%-Regel gekürzt, falls Sie den Freibetrag (1.076,86 €) übersteigen.

Nutzen Sie das Sterbevierteljahr unbedingt, um Ihre Finanzen neu zu ordnen und sich auf die Zeit danach vorzubereiten.

Witwenrente für danach berechnen

Berechnen Sie schon im Vorfeld, wie hoch die Witwenrente nach Ablauf des Sterbevierteljahres sein wird.

Zum Rechner

FAQ: Sterbevierteljahr

Was bedeutet Sterbevierteljahr?

Als Sterbevierteljahr bezeichnet man die ersten drei Kalendermonate nach dem Monat, in dem der Ehepartner verstorben ist.

Wie hoch ist die Witwenrente im Sterbevierteljahr?

In dieser Zeit wird die Witwenrente in Höhe von 100% der Rente des Verstorbenen gezahlt. Erst ab dem 4. Monat sinkt sie auf 55% oder 60%.

Wird eigenes Einkommen im Sterbevierteljahr angerechnet?

Nein. Eine der wichtigsten Regelungen ist, dass im Sterbevierteljahr absolut keine Einkommensanrechnung stattfindet. Sie erhalten die vollen 100% zusätzlich zu Ihrem eigenen Gehalt oder Ihrer eigenen Rente.

Was ist der Sterbequartalsvorschuss?

Hatte der Verstorbene bereits eine Rente bezogen, können Sie innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod beim Renten Service der Deutschen Post einen Vorschuss beantragen.

Was passiert nach dem Sterbevierteljahr?

Ab dem 4. Monat nach dem Todesmonat gilt der normale Prozentsatz (55% oder 60%). Zudem wird ab jetzt Ihr eigenes Einkommen nach der 40%-Regel angerechnet.